Gelsenkirchen/Papenburg. Im Hans-Sachs-Haus soll, so die CDU, eine Erinnerungstafel für die Walcker-Orgel angebracht werden. Die XXL-Orgel wurde in Papenburg reaktiviert.
Zumindest die Erinnerung an die einstige Walcker-Orgel im Hans-Sachs-Haus will die CDU aufrecht erhalten. Die Bedeutung und Einzigartigkeit des riesigen Instruments, von Zeitgenossen als „Wunderorgel“ gefeiert, soll eine „adäquate Erinnerungstafel“ im Bürgerforum würdigen. Auf Initiative der CDU-Fraktion sollen für die Tafel im laufenden Haushaltsberatungsverfahren Mittel bereit gestellt werden.
Orgel wurde vor bis zu 1600 Zuhörern im Gelsenkirchener Hans-Sachs-Haus gespielt
Die Orgel wurde 1927 in Gelsenkirchen, damals der größten Bergarbeiterstadt Europas, im neu gebauten Hans-Sachs-Haus aufgestellt. Sie hatte 92 Register und 7262 Pfeifen, war in einem speziell für diese Orgel errichteten Konzertsaal eingepasst, wo sie als Soloinstrument aber auch als Begleitinstrument für Chor und Orchester genutzt wurde. Der fahrbare Spieltisch, erinnert die CDU, habe dem Organisten die einmalige Möglichkeit geboten, „coram publico vor 1600 Zuhörerinnen und Zuhörern im ehemaligen Saal des Hans-Sachs-Hauses zu spielen“.
Instrument aus Gelsenkirchen ist die einzige erhaltene Walcker-Orgel dieser Größe

Bis 2002 wurde die Konzertorgel – das Instrument aus Gelsenkirchen ist die einzige erhaltene Walcker-Orgel dieser Größe aus der Zeit der Weimarer Republik – in Gelsenkirchen gespielt. Über Jahre wurde sie dann in Kevelaer eingelagert, im Hans-Sachs-Haus fand sie nach der jahrelangen Sanierung keinen Platz mehr. Zu hören ist die Walcker-Orgel mittlerweile wieder. Sie ist nun eine der größten Orgeln Niedersachsens und Teil der europäischen Orgelstraße. Der Kulturausschuss entschied 2017, die Orgel für den symbolischen Preis von einem Euro an die Pfarrei St. Antonius in Papenburg zu verkaufen. (Lesen Sie auch: Orgel aus Gelsenkirchen soll in Papenburg erklingen)
Mit Millionenaufwand wurde das Instrument dort 2020 ein- und angepasst, 2021 dann – coronabedingt – mit zwei Konzerten im kleineren Rahmen eingeweiht. Etliche Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener haben sich bereits in Papenburg „ihre“ alte Walcker-Orgel angehört. So startete beispielsweise im September die CDU-Frauenunion mit rund 30 Personen ins Emsland und war von dem akustischen Gesamteindruck höchst angetan.
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Text: Jörn Stender, Titelfoto: Unbekannt/Stadt Gelsenkirchen, Foto: Manfred Wieczorek

