Hans-Sachs-Haus Gelsenkirchen: Erinnerung an Walcker-Orgel

Hans-Sachs-Haus Gelsenkirchen: Erinnerung an Walcker-Orgel

Gelsenkirchen. Mit einer Ausstellung wird im Gelsenkirchener Hans-Sachs-Haus an die historische Walcker-Orgel erinnert, die inzwischen in Papenburg steht.

Lange Zeit war sie das Schmuckstück im Konzertsaal des Hans-Sachs-Hauses: Die legendäre Walcker-Orgel. Inzwischen erklingt sie in Papenburg, doch auch in Gelsenkirchen ist sie vielen Bürgerinnen und Bürgern unvergessen. Nun hat ein Teil von ihr den Weg zurück ins Hans-Sachs-Haus gefunden.

Dort gibt es ab sofort einen Erinnerungs- und Informationsort zur Walcker-Orgel. Das Institut für Stadtgeschichte und das Referat Kultur der Stadt integrierten die Geschichte dieses bedeutenden Instruments in die stadtgeschichtliche Ausstellung „Wandel ist immer“. Ein neues Pultbuch bringt die Orgel nun gewissermaßen an ihre ursprüngliche Heimatstätte zurück. In dem Buch ist die Geschichte rund um die Orgel chronologisch mit zahlreichen Bildern und Informationen illustriert. Mittels QR-Codes lassen sich außerdem kleine Informationsfilme abrufen. 

2017 kam die Walcker-Orgel von Gelsenkirchen nach Papenburg

Die „Walcker-Orgel opus 2150“ befand sich seit 1927 im Konzertsaal des Hans-Sachs-Hauses. Mit ihren 92 Registern und 7262 Pfeifen gehörte sie zu den typischen großen Konzertorgeln jener Zeit. Die angesehene Orgelbaufirma E. F. Walcker & Cie. aus dem württembergischen Ludwigsburg hatte die Orgel eigens für diesen Konzertsaal gebaut. Um sie während des Zweiten Weltkriegs vor Bomben zu schützen, wurde die Orgel 1944 ausgelagert. Doch konnte die Walcker-Orgel nach dem Krieg ihre Klangstärke nicht wieder erreichen, nicht zuletzt wegen der veränderten Akustik des Veranstaltungssaals. Als das Hans-Sachs-Haus Anfang des Jahrtausends umgebaut und schließlich 2013 neu eröffnet wurde, gab es für die Orgel endgültig keinen Platz mehr. 2017 verkaufte die Stadt die Walcker-Orgel für einen symbolischen Preis an die Kirchengemeinde St. Antonius in Papenburg.

Die Idee zum Erinnerungsort geht auf eine Initiative der CDU-Fraktion zurück, die das Projekt in den Haushalt 2021 eingebracht hatte. „Ich freue mich sehr, dass mit dieser Inszenierung der herausragenden Bedeutung der Walcker-Orgel endlich Rechnung getragen wird“, sagte Annelie Hensel, Sprecherin der CDU im Ausschuss für Kultur und urbane Szene. „Ich selbst habe das Instrument in Papenburg bei der feierlichen Einweihung in der St.-Antonius-Gemeinde erlebt. Ich kann nur allen Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchenern einen Besuch, der im Übrigen für Gäste aus Gelsenkirchen kostenlos ist, wärmstens empfehlen.“

Hier gelangen Sie zum Artikel der WAZ.

Text: WAZ, Foto: Max Majer