Die Stadt Gelsenkirchen hat den Kauf der historischen Walcker-Orgel beschlossen. Für einen Euro wird das Instrument übergeben. Überführung und Einbau kosten die Kirchengemeinde aber deutlich mehr.
Papenburg/Gelsenkirchen – Eine historische Konzert-Orgel aus dem Gelsenkirchener Hans-Sachs-Haus findet neue Heimat in Papenburg: Das große Instrument vom Orgelbau-Unternehmen Walcker, das 98 Register und 6850 Pfeifen umfasst, wird für den symbolischen Betrag von einem Euro an die Kirchengemeinde St. Antonius in Papenburg verkauft. Das beschloss der Rat der Stadt Gelsenkirchen in seiner jüngsten Sitzung.
„Wir freuen uns sehr über die Entscheidung der Stadt Gelsenkirchen, uns dieses besondere Instrument anzuvertrauen“, sagt der Papenburger Pfarrer Franz-Bernhard Lanvermeyer: „Wir werden jetzt die weiteren Schritte gehen, um die Überführung und den sachgerechten Einbau der Orgel in unsere St.-Antonius-Kirche gewährleisten zu können.“ „Dafür werden wir ein überregional besetztes Gutachtergremium einsetzen, dessen Mitglieder das Instrument teilweise noch von seinem ursprünglichen Standort in Gelsenkirchen kennen“, ergänzt Martin Tigges, zuständiger Orgelsachverständiger im Bistum Osnabrück. Das erste Treffen des Gremiums wird voraussichtlich Mitte Juli in Papenburg stattfinden.
Orgel geht erst am 1. Januar 2056 in Besitz der Papenburger Kirchengemeinde über
Bei der Größenordnung des Projektes, dessen Kosten für Um- und Einbau in Höhe von etwa einer Million Euro zu veranschlagen sind, ist die Kirchengemeinde Papenburg auch auf Sponsoren angewiesen. Ein Antrag auf Zuteilung von Bundesmitteln ist bereits erfolgt und jüngst positiv beschieden worden. Das Bistum Osnabrück hat ebenfalls finanzielle Unterstützung zugesagt. Als Verantwortlicher der Kirchengemeinde steht Pfarrer Lanvermeyer bereits länger im Kontakt mit möglichen Kooperationspartnern aus Stadt und Region und hofft auf weitere Förderer.
„Im Idealfall könnte das Instrument zu Beginn des Jahres 2019 in Papenburg erklingen und würde damit Teil der ‚europäischen Orgelstraße‘, die von Schwerin über Bremen, Verden und Ostfriesland, bis hinein in die niederländische Provinz Groningen führt“, sagt Tigges. „Mit der einst größten Konzertsaalorgel Deutschlands erhält die St. Antonius-Gemeinde ein klangvolles Denkmal deutscher Orgelgeschichte für künftige Gottesdienste und Konzerte.“
Um einen Bilanz-Schaden für die Stadt Gelsenkirchen zu vermeiden, wurde vertraglich vorgesehen, dass die Orgel solange in Gelsenkirchener Eigentum bleibt, bis sie zum 1. Januar 2056 abgeschrieben ist. Die Kirchengemeinde Papenburg wird im Gegenzug bereits ab der Besitzübergabe die Nutzungsrechte erhalten sowie sämtliche Rechte und Pflichten und eventuell entstehende Folgekosten tragen.
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Text: General Anzeiger, Foto: Stadt Gelsenkirchen


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